Kassai - Reiterbogenschule Österreich
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Die Ausbildung der Pferde

In Kaposmerö bei Lajos Kassai leben immer 12 Pferde, die er für das berittene Bogenschiessen ausbildet. Wie diese Ausbildung aussieht, haben wir noch nicht miterlebt, wir können nur aus den Ergebnissen Rückschlüsse ziehen: Die Pferde sollen am losen Zügel im gleichmässigen Tempo die Wettkampfbahn hinuntergaloppieren und den Reiter seine Pfeile schiessen lassen. In seinem Buch beschreibt Lajos die Ausbildung neuer Pferde:

„Nach ein paar Tagen an der Longe, sobald das Pferd daran gewöhnt ist, die Grundbefehle zu befolgen, sattle ich das Pferd, das sich mit dem Neuling am besten versteht. Ich führe das neue Pferd seitlich an der Longe und gehe auf einen Spazierritt. […]

[Neue Pferde] sollten auch auf Bogenschiessübungen mitgenommen werden. Wenn wir schiessen, sollte das geführte Pferd am kurzen Zügel gehalten werden, und wir sollten die Pfeile gemeinsam einsammeln gehen. Anfangs werden sie ihren Kopf bei jedem Schuss hochwerfen, aber später beruhigen sie sich und folgen uns wie junge Hunde. […] Die wichtigste Regel ist, dass das Pferd erst einmal lernen sollte, einerseits die Bahn gleichmässig durchzugaloppieren und andererseits die Benutzung des Bogens zu tolerieren, und zwar als zwei voneinander unabhängige Aufgaben, auf die gleich viel Aufmerksamkeit verwendet werden sollte.[…]“

Pferdeausbildung Schwimmen

Auf diese beiden Aufgaben verwendet Lajos sehr viel Zeit: er investiert auch einige Monate in ein neues Pferd, um es so weit zu bringen. Und in der Regel gelingt ihm das auch: Die Vereinbarung, die er mit den Pferden eingeht – galoppiert die Bahn ruhig runter und lasst euren Menschen seine Pfeile schiessen, das ist euer Job, ansonsten habt ihr eure Ruhe, Futter, Herde und Land – wird von den allermeisten Tieren akzeptiert. Was allerdings nicht heisst, dass die Pferde den Menschen Respekt oder Vertrauen entgegenbringen: Alles, was nicht zu ihrem Job gehört, wollen sie auch nicht.

Pferdeausbildung Bogenschiessen

Das Verhältnis zwischen Lajos und seinen Pferden ist einzigartig: Da hat ein Mann zwölf Pferde, bildet sie für das berittene Bogenschiessen aus und dann überlässt er sie seinen Schülern für ihr Training. In einem Gespräch hat er uns vor langer Zeit gewarnt, wie schwer und leidvoll auch für uns der Moment sein würde, wenn wir unser Pferd, auf dessen Ausbildung wir so viel Mühe verwendet haben und mit dem wir eine innige Beziehung eingegangen sind, das erste Mal einem Schüler überlassen und dann zusehen müssen, wie die beiden versuchen, miteinander zurechtzukommen.

Warum tut er das? Seine Aufgabe ist und war die Entwicklung der Schule des berittenen Bogenschiessens. Die Kompromisse, die er dabei bei der Ausbildung der Pferde eingehen musste, verdanken sich eben dieser Aufgabe. Warum sollte er teure Pferde einkaufen, um dann Reitanfänger draufzusetzen? Warum sich ihren Respekt erwerben, wenn ihre Reiter ihn nicht kriegen, weil sie nichts davon verstehen? Tatsächlich ist Lajos erst seit kurzem soweit, teurere Pferde kaufen zu können, auf die sich nur gute Reiter setzen dürfen. Damit die noch besser werden.

 

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